1. Handel und Konsum von Drogen
2. Missbrauch von Kindern und Jugendlichen
3. Umweltverschmutzung
4. Abtreibung, weil sie „Würde und Rechte der Frauen verletzt”
5. Genmanipulationen
6. Profitgier, die andere Menschen in die Armut treibt
7. Exzessiver Reichtum.
Hab ich frisch über den Ticker bekommen. Und ich wäre ja nicht ich, wenn ich dazu keinen Senf dazuzusteuern hätte.
Handeln wir also mal alle Punkte der Reihe nach ab.
1.) Der Handel von Drogen ist eine Sache, die man nur seltenst gutheißen kann. In den meisten Fällen jedoch sind Dealer profitgierige Schmiersäcke die (unter Umständen auch mit ein wenig Druck von Oben) armen Süchtigen ihr ohnehin kaum vorhandenes Geld aus den Rippen leiern.
Beim Konsum von Drogen ist das ganze wieder was anderes. Da ich ja aus einer heidnischen Ecke komme kenne ich Menschen, die ihre speziellen Erfahrungen unter Drogeneinfluss gemacht haben. Diese Drogen waren dann allerdings keine Modeerscheinung sondern eine bunte Mischung aus Omas Hexenhäusche, die zwar nicht weniger gefährlich ist, aber aus anderen Gründen genommen wird als beispielsweise Koks oder Heroin. Ich persönlich unterscheide zwischen experimentellen Drogen und Mode/Elendsdrogen. Ich rate jedoch allen, sich selbst ein Bild zu machen, Literatur zu Rate zu ziehen und sich einfach zu informieren. Es ist egal, welche Drogen man warum nimmt, man begibt sich immer in Gefahr.
Prädikat: Todsünde? Nee. Meiner Meinung nach nicht. Zu standpunktabhängig.
2)Vollste Zustimmung. Braucht man nicht zu diskutieren drüber.
Prädikat: Sinnvoll.
3)Umweltverschmutzung ist genauso sinnentleert wie Missbrauch. Auch hier ein Daumen nach oben.
4) Im Fall der Abtreibung gibt es für meinen Geschmack auch wieder zu viele Facetten und zu viele Gründe. Abtreibung als Verhütungsmethode ist einfach indiskutabel. Die Schwangerschaft nach einer Vergewaltigung nicht abbrechen zu dürfen, oder im Fall einer Risikoschwangerschaft, also bei bestehender Gefahr für das Leben der Mutter, keinen Abbruch vornehmen zu dürfen, ist ebenfalls grenzwertig und greift mir zu weit in meinen persönlichen Bestimmungsbereich ein.
5) Genmanipulation ist eine Art Büchse der Pandora. Wenn wir Gen-Getreide anpflanzen und dieses sich mit dem unbehandelten Getreide fortpflanzt, dann haben wir ein Problem, sobald herauskommt dass Gen-Food ungesund ist. Die Langzeitfolgen der Ernährung mit Gen-Lebensmitteln sind mir einfach noch zu unerforscht. Genmanipulation zu nutzen um Seuchen wie AIDS ein für alle mal außer Kraft zu setzen wäre eine gute Sache. Gene zu manipulieren um Diabetes und Krebs zu verhindern auch. Aber irgendwann kommt man in die moralische Zwickmühle, dass man jedem helfen muss, was einfach unglaublich aufwändig und teuer werden wird. Und auch hier weiß man nicht, was es zur Folge hat, nur ein einziges Gen auszuknipsen.
Prädikat: Ich bin gegen Genmanipulation. Ich bin allerdings FÜR die Erforschung.
6) Könnte man so stehen lassen, als Alltagsgesetz, wie z.B. bei dem Dealer aus Beispiel 1. Das Problem ist nunmal, dass es in einer Gesellschaft eben Arm und Reich gibt. Punkt aus Ende. Es ist Utopie, zu fordern dass alle irgendwann mal genug haben um völlig glücklich und zufrieden zu leben um sich zu leisten was man sich wünscht. Sich im kleinen auf andererleuts Kosten zu bereichern ist falsch.
Prädikat: Solange das nicht in utopischen Paradiesquatsch ausartet: Sinnvoll.
7) Exzessiver Reichtum ist… befremdlich, zumindest für mich. Ich brauche keine goldenen Wasserhähne, ich brauche kein Toilettenpapier aus Seide, ich brauche auch keinen PC mit Internet. Luxus ist auch wieder Standpunktabhängig. Jemand aus einer armen afrikanischen Region wird mein durschnittlich begütertes Leben (mit Krankenversicherung, Internet und fließend Wasser) durchaus für Luxus halten, während Menschen mit zehnstelligen Monatseinkommen sich in meiner Situation bestimmt äußerst … unwohl… fühlen würden. Luxus ist okay, wenn man nicht den Blick aufs Wesentliche verliert. Der Mensch braucht das Gefühl, sich selbst belohnt zu haben.
So, nachdem ich die einzelnen Punkte abgehandelt habe, frage ich mich, wieso sie die alten Todsünden nicht beibehalten haben. Ich denke die Kirche möchte mit der Zeit gehen, fällt mir dazu ein. Und ich denke, die katholische Kirche sieht ihre Felle wegschwimmen, denn ich habe in einem Artikel gelesen dass 60% der Katholiken in Italien nicht mehr zur Beichte gehen. Neuerungen passen immer dann am besten, wenn man grade ein wenig ins schwimmen gerät.
Brauchen wir als Masse denn neue Todsünden überhaupt?
Die Wenigsten glauben noch an das Fegefeuer und das ewige Schmoren in der Hölle entlockt uns ja nur noch ein verschmitztes Schmunzeln weil wir ja alle unsere Sündenleichen im Keller haben. Allem voran haben wir ja Spaß am Sex, und das war ja vor ein paar Jahren mindestens Sünde.
Ich bin eher der Meinung, dass man sich mit einem so starken und dramatischen Begriff wie “Todsünde” ins Lächerliche zu ziehen droht. Todsünden kommen aus dem und gehören ins Mittelalter, als man mit Nadelproben noch aussagekräftige Ergebnisse erzielen konnte. Wir sind zu fortschrittlich für so eine Dämonisierung. Und dafür sind die Ansätze, die da gemacht werden, einfach zu gut, als dass man sie in die christlichverklärte Spinnerecke stellen sollte.
Lehrt endlich Werte und keine Sündenkataloge und Gebote zum Auswendiglernen. Nur wer das richtige Handwerkszeug mit auf den Weg bekommt kommt nachher von selber drauf dass Mord, Drogen, Hass und Co einfach nicht der richtige Weg sein können.
Und dabei ist es auch egal ob der richtige Weg nun Buddhismus, Christentum oder Celtoi heißt. Hauptsache man tickt sauber in der Birne.
lexxtheduckzone Sagte:
on März 14, 2008 at 12:16
Um mich ma selber zu kommentiern…
Eigentlich is alles beim Alten, die alten Todsünden sind alle noch da und wurden bloß durch Situationsbeschreibungen ersetzt.
Innovation geht anders.