…ein Exotenleben…
Es ist mir dann heute zum gefühlt dreihundertsten Mal passiert. Ich wurde gefragt ob ich in Discos oder auf Partys gehe und ich habe mich dazu hinreißen lassen, “Nein! Ich hasse Discos!” zu sagen.
Discos und Partys bringen mir persönlich, bis auf ein paar Ausgaben für überteuerte Getränke, Tinnitusbehandlung und Kopfschmerztabletten rein gar nichts. Es ist mir dort zu laut, die Leute rauchen und haben Alkoholfahnen, als Frau hat man noch das leidige Problem dass man immer von den gleichen Siegertypen angegraben wird, die ihr gewinnendes Lächeln vorher drei Stunden lang (erfolglos) vor dem Spiegel geübt haben, man wird zusätzlich dazu noch von Mädels angegiftet, die auf die Aufmerksamkeit der Siegertypen neidisch und eifersüchtig sind und die vom Alter her meine Nichten sein könnten, Konversation ist ob der Lautstärke nicht möglich und wenn doch, dann belanglos, man läuft Gefahr begrabbelt zu werden oder irgendetwas peinliches zu sehen, Menschen versuchen sich im Tanzen und erinnern dabei erschreckend an Erdmännchen auf einer eingeschalteten Herdplatte, kurzum, ich fange mit Discos und Partys nicht das Geringste an.
Jetzt hat man die andere Seite, die nicht nachvollziehen kann, dass man nicht auf sowas steht. Dann sieht man sich mit einem Fragenkatalog konfrontiert, der … ja… seht einfach selbst:
“Und was machst du DANN?”
“Und wie machst du das dann mit deinen Freunden?”
“Wo triffst du dich denn mit deinen Freunden?”
“Hast du denn keine Freunde?”
“Und wo/wie hast du dann deinen Mann kennengelernt?”
Ja, anstelle in Discos zu gehen sitze ich daheim und schreibe. Oder ich lese. Oder zeichne. Oder singe. Oder treffe mich im Cafe mit Freunden, gehe Cappucino trinken, telefoniere, beschäftige meine Katzen mit meiner streichelig-krauligen Existenz, gehe shoppen, surfe im Web, spiele World of Warcraft, probiere Rezepte aus, lerne Sprachen oder bilde mich generell weiter, sehe fern, gehe ins Kino, spiele Gitarre…
Meine Freunde treffe ich dann in dem angesprochenen Cafe oder zu Hause, wir trinken Cappucino (oder eine Ersatzflüssigkeit), gehen shoppen, probieren Rezepte aus, telefonieren, chatten, gehen ins Kino, sehen fern…
Und ob ich Freunde habe werde ich meistens gefragt NACHDEM ich gefragt wurde wo ich meine Freunde denn sonst treffe. Find ich neckisch *g*
Und meinen Mann hab ich garantiert nicht in irgendeiner verrauchten Bude abgeschleppt. Wir haben uns auf meinem Geburtstag kennengelernt und lieben haben wir uns dann bei Freunden gelernt. Klingt lustig, gelle? Aber keine Angst um die Sofagarnitur, das haben wir uns für unser eigenes Sofa aufgehoben
“Und all das mache ich während ihr alle in Discos geht,” sag ich dann immer.