Malwieder was aus meinem reichen Erfahrungsschatz.
Ich war gestern mit dem Bus unterwegs nach Dortmund. Ab und zu mache ich da noch was, z.B. in unserer Ex-Wohnung herumräumen und die letzten Reste wegputzen. Da fiel mir im Bus schonwieder auf, wie wenig in ich eigentlich sein muss.
Jetzt stieg mit mir noch ein Mädel ein, das einen beträchtlichen Äquator hatte, zusammen mit einem jungen Herrn, der, ja, wie sagt man das jetzt höflich… sich gerne dieser rhythmisch grenzwertigen Sprachvergewaltigung bediente (Schlagworte Ey, weißu und Alda). Ich hatte einen Sitzplatz ergattert und war eigentlich ganz froh darüber, bis sich eben diese beiden besagten in meine Nähe stellten, und ich mit meiner Köpfhöhe dann schlagartig doch nicht mehr zufrieden war.
Wie das kam?
Das fiel gleichzeitig zusammen mit dem Dialog
“Hassu dir die Nägel machen gelassen?”
“Jaaaaaaaaaaa, die habm 40 Euro gekostet!”
Sie streckte ihre Hand ihrem männlichen Begleiter entgegen und … mir schlug so ein Schwall entgegen. Ich würde behaupten sie gab (Achsel)Gas. Jetzt waren die Fingernägel nicht sonderlich gelungen und jeder semitalentierte Mensch hätte mit Hilfe des Rossmann’schen Fingrs-Sortiments und etwas Geduld für weniger als die Hälfte des Preises so ein Ergebnis erzielen können. 40 Euro. Puh. Also für ‘ne gute Maniküre und je nach Kunstfingernagelart bezahlt man 50. Pro Hand. Aber gut. Darum gehts ja nicht. Es geht eigentlich darum:
Wie kann man 40 Euro für Fingernägel ausgeben, dabei allerdings nicht ein einziges mal in Betracht ziehen dass sowas wie Deo oder ne Jacke deren Bündchen nicht komplett zerfressen und zerfetzt sind oder ne passende Hose wichtiger sind?
Warum verlagert sich der Fokus auf Käse?
Ich will ja (wie immer) niemandem was, aber das war mal wieder d’oh.
Was mich zum zweiten Teil bringt.
Offenbar ist die Mode aktuell so ausgelegt dass man sich in enge Röhrenjeans quetscht. Das ist okay für Leute, die das tragen können, ich bleibe bei meinem Bootcut. Zumal ich den Trend, meine Jeans in die Stiefel zu stecken, auch vehement boykottiere, ich hab nunmal kein Pferd. Wie dem auch sei, enge skinny-Jeans. Darüber trägt man eng anliegende und über den Popo reichende Shirts. Jetzt meine Fragen:
Werden junge Frauen in Klamottenläden nicht mehr beraten oder sogar angelogen?
Muss man durch so ein eng anliegendes Shirt jede Bauchfalte erkennen?
Ist es modern, einen Bauchnabel zu haben in dem man effektiv eine oder mehrere Walnüsse verstecken kann?
Bin ich die einzige die bei so einem Anblick an diese geschmacklosen Hühnerbein-Eierbecher denken muss?
Die Antworten dazu liegen irgendwo da draußen.