„Das neue Vertrauen“ oder „aufgezwungene Indiskretionen“…

Es ist ja nicht nur ein Männerproblem, sich urplötzlich mit sehr zutraulichen Frauen konfrontiert zu sehen.

Ehrlich.

Nicht, dass ich mich jetzt in lesbischen Kreisen herumgetrieben hätte und ich mich über die Baggereien wundere, nein, die Sache ist ein bisschen komplizierter.

Manchmal wird man mit ungeahntem Vertrauen beschenkt.
Das ist jetzt die höflich formulierte Variante von dem, was mir da passiert ist.
Realistisch ausgedrückt würde ich sagen, mir wurden intime Details aus dem weiblichen Schoß mitgeteilt.
…nach denen ich nicht gefragt habe.
Menschen, die mich gut kennen, wissen „Die Lexi ist keine Freundin von ekligen Details. Nein. Wirklich nicht. Sie will es nicht wissen. Nie.“.
Menschen, die mich noch besser kennen, ahnen, dass dieser Informationsdruck auch irgendwann wieder an die Oberfläche kommt. Aber das nur nebenbei.

Was, frage ich, bewegt jemanden dazu, mir Geschichten zu erzählen, die eine Charlotte Roche rot anlaufen lassen würden?
Warum glaubt frau, ich würde mich im Geringsten für Pilzkulturen unterhalb des Bauchnabels interessieren?

Ich beginne zu glauben, dass ich eine überkomplizierte Frau bin. Ich will nichts darüber wissen, was sich in anderen Unterhosen abspielt. Auch wenn „jede Frau „sowas“ schonmal hatte, es etwas ganz normales ist und man sich ja nicht schämen muss“.
Bla bla.

Ich frag mal in die Runde: Wo ist das gute Benehmen hin? mh? Warum dieser Entpeinlichungsdrang? Woher das Verlangen, mir unbedingt SOWAS mitzuteilen?
Man könnte jetzt meinen, frau wolle damit eine Vertrautheit schaffen. Sowas wie eine Basis.
Basis.
Also funktioniert das echt? Gibts echt Menschen die sich von solchen Details so geehrt fühlen dass sie sagen „Oh, ich gehe jetzt eine neue Freundschaftsebene ein, jetzt, wo ich von deinem Ausfluss weiß…!“

Ne oder?

Vielleicht bin ich ja zugeknöpft und verklemmt und all das.

Aber dann find ich mich damit ab und leb damit ;) Bevor ich die Nachbarn zum illustren Bremsspurenaustausch rüberbitte…

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