Die Diabeteslüge…

oder “Wie schaffe ich es, dass Millionen von Menschen freiwillig Chemie fressen?”

Klingt reißerisch, oder? Sollte es auch sein. Immer und immer wieder lese ich auf Produkten “Für Diabetiker geeignet” und unter Rezepten steht gerne “Für Diabetiker ungeeignet”, wenn man malwieder im Web oder in Zeitungen nach Marmeladenrezepten gesucht hat. Was ich daran auszusetzen habe?

[rückspulgeräusch]

Wir schreiben das Jahr 1995. Ein elfjähriges Kind sitzt im Kinderkrankenhaus auf dem Bett und lässt die Beine baumeln. Grade eben hat man ihr mitgeteilt sie würde nie wieder Schokolade oder Pudding essen dürfen, nie wieder Limonade, nie wieder McDonalds, nie wieder Eis. Alternativen? Klar, furchtbare süßstoffversetzte Fettbomben, auch Diabetikernahrung genannt. Hat natürlich alles nicht geschmeckt und war auch irgendwo teuer.
10 Jahre später lese ich diese riesige Liste an Nebenwirkungen, die der Verzehr von Aspartam, ein Süßstoff der in so ziemlich jedem Diätprodukt drin ist, und am Ende der Liste steht dann auch noch Todesfolge.
Nochmal 3 Jahre später.
Ich hab die Nase voll. Ich lese zum widerholten Male diese gutgemeinten “Für Diabetiker ungeeignet!!!!111elf”-Hinweise und “Diabetiker nehmen anstatt normalem Zucker bitte Fruchtzucker” und all das und ich beginne mich zu fragen, was eigentlich passiert, wenn man dem Rat nicht folgt.
Nix.
Wirklich.
Also ich habe in meinem Leben jetzt genau eine Packung Fruchtzucker besessen und das auch nur deshalb weil meine Mama nachdem der Diabetes diagnostiziert wurde der Meinung war, man müsse das jetzt kaufen.
Die Sache ist ja die: Normaler Zucker und Fruchtzucker erhöhen beide den Blutzuckerspiegel. Gell? Genau. Und mit Insulin spritzt man den Blutzucker wieder runter, gell? Richtig. Außer dass es jetzt einen chemischen Unterschied gibt und beides vielleicht unterschiedlich schnell abgebaut bzw. aufgenommen wird vom Körper, gibt es, keinen Unterschied. Mir wachsen keine Tentakeln, ich laufe nicht grün an und überhaupt passiert rein garnichts mit mir, was rechtfertigen könnte, dass mir das Leben sinnfrei verkompliziert werden müsste.
Verkompliziert, das Stichwort.
Man achtet ja darauf, immer brav die Diätprodukte zu kaufen, die, auf denen die BE-Angaben sind. Macht für ältere oder rechenunbegabte Menschen vielleicht noch Sinn. Aber machen wir mal eine kleine Kosten-Nutzen-Aufstellung.
In Diabetikernahrung ist weniger Zucker, dafür Süßstoff und mehr Fett (als Geschmacksträger, weil der Zucker ja fehlt).
In normaler Nahrung ist mehr Zucker, dafür weniger Süßstoff und weniger Fett.
Das, was ich an Broteinheiten spare, indem ich einen Diabetikerjoghurt (1 BE) esse anstelle eines “normalen” (2 BE), gibt’s als Fett gratis dazu. Heißt auf deutsch, entweder ich esse weniger Zucker und mehr Fett oder ich esse mehr Zucker und weniger Fett.
Also für mich fällt das “nach Diätjoghurt suchen” im Supermarkt flach. Erstens habe ich hier in Frankreich eh noch keinen gefunden und zweitens weigere ich mich grade, noch viel mehr Chemie zu mir zu nehmen als ich eigentlich müsste.

Fazit: Diabetikern wird seit eh und je erzählt sie dürften dies und das nicht, und der Nutzen davon ist gleich Null, im Gegenteil, die Verwirrung wird noch ins unendliche gesteigert. Man wird krank, kommt ins Krankenhaus, wird von oben bis unten auf den Kopf gestellt und man muss sich vom alten Leben verabschieden, unnötigerweise. Anstatt dass man einem erklärt, dass man alles essen kann, soviel wie man möchte, man dafür nur vorher Insulin spritzen muss.
Wie ich das finde?
Toll natürlich, für die Süßstoffchemiearomaindustrie.
Scheiße, für mich (diabetes mellitus).

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